OpenSource-World Barometer
Open Source ändert grundlegend die IT
Beratungs- und
Verkaufsgespräche, in denen es um Open-Source-Software und den evtl.
ergänzenden kostenpflichtigen Leistungen geht, verlaufen völlig anders als
Termine mit kommerzieller Closed-Source-Software-Basis. Es gibt doch erhebliche
und interessante Aspekte, die wir von beiden Seiten aus jahrelanger Erfahrung
kennen.
Der große Unterschied ist, dass bei Open-Source-Software Interessenten und
Kunden die Software bereits ausführlich sichten und sogar testen konnten, oft
schon im Echtzeitbetrieb verwenden und manchmal sogar auf Ebene des Quellcodes
untersucht haben. Bei einem interessierten Partner sind also zumindest erste
praktische Erfahrungen mit dem Produkt vorhanden, die beim Kauf einer
kommerziellen Software in der Regel völlig fehlen.
Eigentlich ist das eine hervorragende Situation für die Beratung und den
Vertrieb, denn man kann sich viele Termine, Argumente, Erklärungen und
Demonstrationen sparen. Auf der anderen Seite helfen die bei kommerzieller
Software üblichen Hochglanzprospekte, aufwändig gestalteten Präsentationsfolien
und sonstigen Marketing-Gags, mit denen man gerne Entscheidungsphasen
beeinflusst. In der Open-Source-Welt
sind solche „Shows“ völlig überflüssig.
Die Interessenten kennen nicht nur bereits die Stärken, sondern auch so
manche Schwäche der Software und haben in der Regel bereits ziemlich konkrete
Vorstellungen, welche Art von Leistungen sie benötigen. In Beratungs- und
Verkaufsgesprächen zählt folglich Kompetenz und Substanz statt Überzeugung mit
ausgefeilten Marketingstrategien.
So sind auch die Anforderungen an das gesamte Personal eines
Open-Source-Anbieters anders: Es ist weniger der joviale, rhetorisch gewandte
Berater/Verkäufer gefragt, als vielmehr der glaubwürdige, technisch kompetente
Mitarbeiter. Dies gilt insbesondere dann, wenn auf Kundenseite Mitarbeiter aus
der Technikabteilung mit am Tisch sitzen - was häufig der Fall ist, denn es ist
im Regelfall die Technik, die den Einsatz der Open-Source-Software zuerst
vorgeschlagen hat.
Während die Schwächen einer kommerziellen Software zumindest in der Phase bis
zum eigentlichen Einsatz durch die meist bereits erfolgte vertragliche Bindung
und redegewandtes Einhergehen überbrückt oder gar ganz verschleiert werden
können, muss Open-Source-Software von Anfang an durch Funktionalität und
Bedienungsfreundlichkeit überzeugen. Es ist nur auf Wunsch bei den ersten
Gehversuchen des Nutzers eine Unterstützung vorhanden und kein „Externer“ kann
somit durch beruhigendes "Händchen halten" Weiteres im Eigeninteresse
beeinflussen. Ein Open-Source-Vertrieb kommt erst dann ins Spiel, wenn das
Produkt eigentlichen Sinne schon gekauft ist. Dies alles erfordert keine
Überredungskunst mehr, aber mehr Beratungskompetenz, um dem Kunden über die
nackte Software hinaus einen Mehrwert bieten zu können. .
Das Ende des IT-Chaos ist gekommen ...
Neue Auswahlverfahren für neue IT-Landschaften (ERP, CMS etc.)
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